Psychotherapeutenschaft Göppingen

Verein der kassenzugelassenen Psychotherapeuten im Landkreis Göppingen





Therapieformen

Verhaltenstherapie

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Therapeut und Patient analysieren gemeinsam das erkrankungsbedingt veränderte Verhalten und Erleben und definieren das Problem. In einem gemeinsamen Suchprozess werden (auch im Behandlungsverlauf immer wieder erneut) bedingende, auslösende und aufrechterhaltende Faktoren identifiziert. Dies können etwa Gewöhnungsfaktoren, emotionale oder soziale Faktoren oder auch frühere lebensgeschichtlich prägende Erfahrungen sein.

Darauf aufbauend werden individuelle Ziele und Veränderungsmöglichkeiten erarbeitet und zielführende Interventionsschritte entwickelt. Zur Erreichung von Veränderungen und anvisierten Lösungen verfügt die Verhaltenstherapie neben verschiedenen Gesprächsmethoden über ein weites Spektrum von bewährten Behandlungsmaßnahmen (z.B. Problemanalyse, Aktivitätsaufbau, Desensibilisierungsverfahren, kognitive Methoden, Erarbeitung und Veränderung von Verhaltensmustern und emotionalen Mustern, Erweiterungen sozialer Fertigkeiten, Enttraumatisierungsmethoden, Selbststeuerungsmethoden, usw.).

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Analytische Psychotherapie

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Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Analytische Psychotherapie sind psychodynamischen Psychotherapieformen. Beide können als Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt werden.

Bei den Tiefenpsychologisch fundierten Verfahren und der Analytischen Psychotherapie wird konfliktzentriert vorgegangen, d.h. das psychotherapeutische Vorgehen besteht darin, den der Symptomatik zugrunde liegenden intrapsychischen Konflikt zu bearbeiten.

Bei diesen Therapieformen geht es um die Bewusstmachung und Veränderung von unbewussten und sich wiederholenden krankmachenden Beziehungsmustern (Reinszenierung infantiler Konflikte), die den Symptomen zugrunde liegen und unbehandelt zu schmerzlichen Erfahrungen führen. Symptome werden als Selbstschutzmaßnahmen gesehen, um potentiell verletzende Beziehungserfahrungen zu vermeiden.

Es geht um die Förderung der Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit, um die Entwicklung der Emotionalität, der kognitiven Kompetenz, die Bearbeitung von Hemmungen, Schuld- und Schamgefühlen, insgesamt um mehr Flexibilität im Umgang mit sich selbst und den wichtigen Interaktionspartnern.

 

Gruppentherapie

Was ist Gruppentherapie?
Unter einer Gruppentherapie versteht man eine psychotherapeutische Behandlung von mehreren PatientInnen in einer Gruppe von 4-9 Personen. Die Gruppe kann geschlossen oder halboffen gestaltet werden: in geschlossenen Gruppen werden während der begonnenen Gruppentherapie keine neuen Mitglieder aufgenommen und in halboffenen Gruppen werden neue Mitglieder nur zu Beginn eines neuen Moduls bzw. nach Absprache mit dem/der GruppentherapeutIn aufgenommen. Die Gruppe ist ein vertraulicher Rahmen und es wird eine Schweigepflicht jedes einzelnen Mitglieds nach außen als Vertrauensbasis erwartet.
Häufig sind Betroffene daran interessiert, mehr darüber zu lernen, wie sie mit anderen Menschen in Beziehung treten und ihr Leben befriedigender gestalten können. Der Schwerpunkt der Gruppentherapie kann auf den Interaktionen und den bewussten wie unbewussten Prozessen zwischen den Menschen liegen. Misslingende Kommunikationsmuster können am Ort ihrer Entstehung – in der Gruppe – untersucht und verstanden werden. Die Gruppentherapie stellt eine hochwirksame und effiziente Methode zur Bearbeitung psychischer Konflikte dar.
In der Gruppentherapie kann die ganze Bandbreite menschlicher Themen (Beziehungen, Selbstwert, Trennung und Abschied, Sexualität, Aggression)  zur Sprache kommen oder auch auf einzelne psychische Störungen eingegangen werden.


Wie wirkt eine Gruppe?
Die Gruppe wirkt einerseits entlastend, da man „Menschen mit ähnlichen Problemen“ begegnet, man bspw. am Beispiel erfolgreicher Gruppenmitglieder Hoffnung schöpfen und sich andere PatientInnen als Modell nehmen kann. Die Gruppe dient darüber hinaus als Ressource dazu, Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und verschiedene Problemlösemöglichkeiten zu erarbeiten, auf die man vielleicht alleine nicht gekommen wäre. PatientInnen bekommen somit Anregungen und Rückmeldungen zu Problemen. Die Gruppe dient aber auch als Übungsfeld zur Verbesserung sozialer Kompetenzen und Selbstsicherheit, so können bspw. neue Lösungswege gefunden oder  auch neue Beziehungserfahrungen gemacht werden.  Das Hier und Jetzt in der Gruppe bietet die Möglichkeit einer Realitätsüberprüfung. Viele Menschen haben das Bedürfnis, in einer Gruppe dazuzugehören oder Befürchtungen, ausgegrenzt zu werden. Diese Ängste und Wünsche können in der Gruppe bearbeitet werden.


Gruppentherapie mit Kindern und Jugendlichen
Die Gruppe der Gleichaltrigen ist ein wichtiges Erfahrungsfeld. Dort zeigen sich problematische individuelle Verhaltensstrategien von Anfang an unmittelbar. Die so angestoßenen Prozesse werden kanalisiert, reflektiert und für die soziale und emotionale Entwicklung der Einzelnen, sowie der Gruppe genutzt. Die eigentliche therapeutische Wirkung geht in erster Linie von der Gruppe und nicht vom Therapeuten aus.